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1961-1964

Oktober 1961: Salon d'Automobile - und täglich grüßt das Murmeltier...

<imgcaption paris61 left|1961 Paris Salon d'Auto>1961 Paris Salon d'Auto</imgcaption>

Die größe Bühne wird dem Ami6 dann, zusammen mit den Brüdern und Schwestern des Unternehmens, auf dem Pariser Salon d'Automobile im Oktober 1961 zuteil. Als „prominentester Fahrerin“ wird Mme. Yvonne de Gaulle symbolisch der Schlüssel für ihren Ami6 überreicht - ihr Mann General de Gaulle hat ja bereits früher die Fabrik in Rennes-La-Janais offiziell eingeweiht.

Allerdings bemüht sich die Konkurrenz nach Leibeskräften, den Ruf des unliebsamen Modells dadurch zu schädigen, indem man es - auf dem Messestand, wohlgemerkt! - „unabsichtlich“ ein wenig ramponiert: Die doch recht geringe Blechdicke der ersten produzierten Exemplare des Ami6 liegt noch bei 0,5mm und so reicht oft ein einfaches „versehentliches“ Gegenlehnen mit dem „Allerwertesten“ aus, einen „bleibenden Eindruck“ im Blech der Karosserie zu hinterlassen, der im Scheinwerferlicht des Standes natürlich besonders gut zur Geltung kommt - die Häme und entsprechende Seitenhiebe auf den benachbarten Ständen kann man sich lebhaft vorstellen…

Allabendlich werden daher die ausgestellten drei Ami6 mit einem Tuch verhüllt und abtransportiert, um am nächsten Morgen gegen neue, unverbeulte Modelle für den nächsten Besuchertag ausgetauscht zu werden!

Dieser Zustand bleibt natürlich auch bei der Unternehmensleitung nicht ganz unbemerkt, und dies führt dazu, daß Konsequenzen daraus gezogen werden: Binnen einen Monats wird in der Produktion in Rennes-La-Janais die Blechstärke der Karosseriebleche von 0,5mm auf 0,7mm angehoben und damit eine wesentlich größere Blechstabilität erreicht.

erstes Feintuning November 1961

Und weitere wesentliche, darunter zwei für den Endkunden wichtige Änderungen, fließen in die Produktion des Ami6 noch zum November 1961 ein:

Zum einen werden die Seitenscheiben der Hecktüren ebenfalls öffnenbar. Die hintere Glasscheibe kann nach vorne verschoben werden, was reicht, um auch den Fondpassagieren Zugang zu Frischluft zu verschaffen (der genaue Betrachter stellt fest, daß bis dato diese hinteren Seitenscheiben durchgehend in einem Stück ausgeführt und nicht zu öffnen waren).

Zum zweiten wird der unsäglich unpraktische Hebelzugmechanismus zum Öffnen des Kofferraums endlich umgestellt auf eine Druckknopf-Entriegelung mit Schlüssel von außen. Bislang mußte zunächst die Fahrertür per Schlüssel von außen geöffnet werden (das war die einzige per Schlüssel zu öffnende Tür), dann war ein beherztes Rüberlehnen über die Frontsitzbank zum Öffnen der hinteren rechten (!) Türe nötig, damit der Fahrer um den Wagen herumgehen, die Seitentür von außen öffnen und dort, in der Nähe der Lehne der Fondrücksitzbank, per Öse bzw. Seilzug-Fernentrigelung das Kofferraumschloß öffnen konnte.

Was im Buch von Dominique Pagneux recht amüsant beschrieben wurde, wenn Madame vollbepackt vom Einkauf zum Auto zurückkehrt, ist in der Praxis eher eine Zumutung; etliche Fingernägel brechen, und Citroen reagiert recht schnell auf die ungehaltenen Reaktionen der Kundschaft.

Auf Photos ist die „alte“ Entriegelung daran zu erkennen, daß in der Mitte der Kennzeichenbeleuchtung die Aussparung für den Druckknopf zum Öffnen der Kofferraumklappe fehlt.

September 1963: Endlich mehr Leistung!

Zum Modelljahrwechsel 1964 (also ab 09/1963) stellt Citroen den neuen, leistungsstärkeren Motor mit 24,5 DIN-PS (25 SAE-PS) vor. Die 3,5 Mehr-PS gegenüber der ersten Ausführung machen sich sichtlich bemerkbar - dies betrifft nicht nur die Steigerung der Endgeschwindigkeit auf 112 km/h gegenüber zuvor 105 km/h. Sie bedeutet auch eine bessere Beschleunigung, die dem gegenüber dem 2CV rund 60kg schwereren Ami6 die Trägheit insbesondere bei Überholvorgängen etwas mildern hilft. Die Verdichtung wurde erhöht von 7,25:1 auf nunmehr 7,75:1.

Der französische Bestellkatalog sieht auf Wunsch nun auch eine Fliehkraftkupplung vor, die ein wesentlich angenehmeres Anfahren ermöglicht. Ebenso können optional auch statische Sicherheitsgurte geordert werden - die entsprechenden Aufnahmen für die Haltepunkte im Bodenblech sowie an der B-Säule sind vorbereitet.

Im Dezember 1963 werden das stehende Bremspedal gegen ein hängendes ausgetauscht, was mehr Bedienkomfort verspricht. Als Konsequenz daraus verändern sich auch Hauptbremszylinder und Radbremszylinder, die nunmehr auch der verbesserten Fahrdynamik mehr Rechnung tragen.

Im März 1964 ersetzt der neue Vergaser vom Typ Solex 40PICS2 den bisher verbauten 40PICS.

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1961-1964.txt · Zuletzt geändert: 2009/12/21 09:13 (Externe Bearbeitung)